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13.09.2012

Vorwort zur 7. Erzgebirgstour 2012

Vorletztes Saisonhighlight startet am Samstag in Most

Samstag ist es nun endlich soweit, die siebte Ausgabe der Erzgebirgstour startet auf dem Autodrom in Most. Meinerseits muss ich vorangegangenen Schriftstellern der Radsportszene Recht geben, dass es in diesem Jahr ausgesprochen spannend ist, was das Fahrerfeld und den Ausgang der einzelnen Etappen sowie des Fahrerfeldes angeht. Dies liegt aber zum großen Teil daran, dass viele Neulinge und zum Teil Unbekannte, deren Leistungsvermögen schwer einzuschätzen ist, die Tour bestreiten werden. Der RSV stellt nach letztem Stand allein acht Fahrer des 19köpfigen Peletons.

Meiner Meinung nach wird es aber wie in den letzten beiden Jahren keinen Toursieger geben, der aus den Reihen der Auer kommt. Die To(rt)rur wird aller Voraussicht nach auf den drei Bergetappen entschieden. Da liegen die Vorteile rein weg bei den favorisierten Bergspezialisten wie dem Weltmeister, dem Wackel-Akel sowie Horst Jankowski der gleich mit Digades-Orchester anreist.

Sie zu schlagen scheint von der Papierform her reinweg unmöglich. Laßt mich eines Besseren belehren, aber unter den Dreien seh ich den Weltmeister trotz nicht optimalen Saisonverlauf ganz vorn - und schlagt mich, der Wackel-Akel wird die Tour nicht gewinnen, weil er einfach noch zu jung ist. Ich stimme zu, dass ihm die Zukunft gehört, aber noch sind wir in der Gegenwart und der Weltmeister ist erfahrener und fährt beständiger.

Hinter den drei Bergziegen wird es eng zugehen. Aus Sobek, Richter, Illmann, Berger, Stange, Pöhnisch und Blechi und weiteren Unbekannten wird es eine enge Geschichte. Bis jetzt noch nicht in Erscheinung getreten, aber mein Geheimfavorit ist Benjamin Mehner, der ebenfalls zu dieser Gruppe mit zu zählen ist. Die drei "Männer" Rei, Peter und Porst sind überhaupt nicht einzuschätzen, da sie völlig unbekannt sind.

Als Favorit für die Tour zu gelten ist zwar anspornend, jedoch aufgrund der Dominanz der drei Ziegen und der Tatsache, dass es sich bei Blechi um einen der zwei ältesten Teilnehmer handelt, überzogen. Aber, bedeutet nicht, dass Blechi und der RSV nicht alles versuchen werden, die Tour solange wie möglich offenzuhalten.
Fuck Yeah Jens...!
Zumindest werde ich im Stile, Vorbild und Alter von Jens Voigt die diesjährige Tour bestreiten, nie locker lassen und den Dreien es da vorn so schwer wie möglich machen. Ich denke zumindest mein Leistungsvermögen und Technik hat sich gegenüber des Vorjahres beträchtlich verbessert und sollte die Abstände nach vorn schrumpfen lassen.
In die Karten spielt, dass das Peleton aufgrund der Leistungsdichte in disem Jahr erheblich größer und auch stärker sein wird als in den vergangenen Jahren, als es teilweise nur aus drei oder vier Fahrern bestand.

Ganz aussichtslos ist die Tour aber für den RSV nicht, da wir mit Buschido einen Zeitfahrspezialisten haben, mit Andi einen guten Fahrer im flachen Terrain sowie im Sprint. Ansonsten sollten The Legend Hans, die Goldmarie, Ille und Blechi im Flachen und vor allem in den Bergen zusammenarbeiten, um es den anderen so schwer wie möglich zu machen.
Bei The Legend mach ich mir da keine Sorgen, er ist ein Quäler und kann mit seiner Schnappatmungstechnik Hügel wegblasen. Bei der Goldmarie ist zu hoffen, dass er das Roadbook mit seinen Landkarten ordentlich studiert hat und nicht wieder in Böhmen umherirrt, ansonsten ist er der starke Partner in den Bergen. Ille mit seiner tollen Vorbereitung ist nur zu wünschen, dass er seine schwere Radfahrer-Krankheit "Windschattenlutschen" endlich auskuriert hat. Wollen wir was erreichen, muss er endlich Finger ziehen und auch mal in den Wind, zumal er schon wieder im Vorfeld angekündigt hat, dem ein oder anderen das Hinterrad kaputtlutschen zu wollen...

Wenn wir schon nicht die Tour gewinnen, dann ist es auf jeden Fall für den einen oder anderen RSVler drin zwei Zeitfahren und drei Flachetappen zu gewinnen oder auf den ersten drei Teilstücken ins Gelbe zu fahren!

Auf jeden Fall bleibt zu wünschen, dass die Tour wieder Menschen verbindet, vor allem aber gesund von jedem Fahrer überstanden wird, Stürze ausbleiben...und wir uns alle am 6.Oktober in Bernsbach beim kaltgestellten Blonden wiedersehen...

In diesem Sinne: Dreirad raus, Maske auf und lasset die Spiele beginnen...!


See you in Most!!!

10.09.2012

2. Sparkassen-Heideradcup

Die lange Schicht in der Dübener Heide

Manchmal hat man's vorher schon im Gefühl, wenn's einfach gut läuft - hatte sich letzte Woche in Nürnberg schon bestätigt und am Sonntag in der Dübener Heide wiederholt. Zusammen mit über 100 Startern ging's in Löbnitz auf die Langdistanz von 140 Kilometern. Der Kurs war zwar mit etwas Höhenmetern ausgestattet, jedoch eben nur viele kleinere Wellen und keine Berge.

Mama-Razzi
Bis dato waren 110 Kilomter die längste Distanz, die ich in einem Wettkampf zurückgelegt hatte. Deshalb hatte ich auch ein bisschen Respekt vor der Distanz, die in Renntempo durchfahren werden musste. So bepackt mit Essen und Trinken stand ich auch noch an keinem Start. Zum einen sollte es sehr warm werden und zum anderen war Unterwegsverpflegung in den nächsten vier Stunden nicht möglich. Knapp vier Liter Getränke Bananen, Gels und Riegel gingen mit auf die Reise. Ich sah von hinten aus wie 'ne Imbissbude. Das Trikot zerrte auf den ersten Kilometern ganz schön nach unten... Die erste Stunde verging mit einem 40er Schnitt. Das Feld rollte so dahin, nicht langsam aber dennoch ohne größere Anstrengung.

Ab Kilometer 60 wurden dann die ersten Atacken gestartet. Meißt waren es die Weimarer Löwen, die zahlenmässig stark vertreten war und sich in ihren Atacken abwechselten. Bis Kilometer 80 wurde alles vom Feld wieder vereitelt und keiner kam richtig weg. Bei einem erneuter Vorstoß nach einer kleineren Welle riss ein größeres Loch und sechs Fahrer vergrößerten nach und nach den Vorsprung. An der Spitze des Feldes war man sich uneinig und so spielte das den sechs da vorn in die Karten. Von Kilometer 90-100 versuchte dann ein, zwei Fahrer die Nachführarbeit zu organisieren, aber irgendwie klappte das mehr schlecht als recht, weil sich einfach zuwenig Fahrer daran beteiligten.

Zumindest haben die 10 Kilomter meinerseits ganz schön geschlaucht. Die Ausreißer waren mittlerweile außer Sichtweite verschwunden und wie es aussah auf Nimmerwiedersehen. Zumindest ein Fahrer konnte das Tempo ganz vorn nicht mitgehen und wurde vom Hauptfeld, dass aus ca. 30 Fahrern bestand, wieder geschluckt. Bei Kilometer 107 trat dann einer aktiveren Fahrer unserer Gruppe etwas beherzter in die Pedalen. Ich setzte nach und siehe da, zwischen uns und dem hauptfeld klaffte schon ein 100 Meter-Loch. Der "Grüne" machte seine Sache ganz gut und zog mich 'ne ganze Weile durch den Wind, ehe ich ihn dann ablöste. Nach kurzer Zeit schlossen noch ein Fahrer vom BB-Bike-Team und Michael Arnswald von Biketech24 zu uns auf.

Ich dachte mir, dass das klappen könnte, weil die hinter uns bestimmt genauso uneinig waren wie die ganzen Kilometer vorher. Nur waren es noch 30 Kilometer bis zum Ziel... Unsere Gruppe funktionierte aber wie ein Uhrwerk und baute so den Vorsprung nach hinten aus. Leider platzte der "Grüne" aufgrund des hohen Tempos nach wenigen Kilometern ab. Nur noch zu dritt und immer noch 25 Kilometer. Aus den 25 wurden 32 Kilometer, da wir letzlich 147 anstatt der veranschlagten 140 Kilometer fahren mussten.

Ich hatte schon 139 Kilometer auf dem Tacho und im Oberschenkel und in den Waden zuckten schon die ersten Vorboten von Krämpfen. Aber da kam noch ein Dorf und noch eins...und noch eins, dann endlich das Ortseingangsschild von Löbnitz. Der Herr Arnswald hatte anscheinend auch Krämpfe, jedenfalls sah der nicht mehr so gut aus.

An zweiter Position hinter dem BB-Biker fahrend, bogen wir im Zielort noch dreimal ab und plötzlich kam aus dem Nichts nach einer Kurve der Zielbogen in Sicht. Nur noch 200 Meter - da gab's nicht mehr zu überlegen, Hochschalten und Vollgas und durch...! Untypisch für Blechi den Sprint gewonnen, Gesamtplatz 6 eingefahren und in der Altersklasse Platz 3 vor M. Arnswald gesichert.

Fazit: Das längste Rennen nach 3 Stunden 42 Minuten kräftemäßig bestens überstanden, das erste Mal vom Hauptfeld weggesprungen, nach 107 Kilometern noch einen Kraftakt von 40 Kilometern in 'ner Dreiergruppe hingelegt und am Ende noch die besten Beine im Sprint gehabt. Schade nur, dass ich den Sprung in die Gruppe des Tages verpasst hatte...

03.09.2012

22. Rund um die Nürnberger Altstadt

Renn-Premiere im Frankenland

In Bayern gab es bisher noch keinen Start von Blechi...wurde aber nun am vergangenen Sonntag nachgeholt. Mit ganztägig 20.000 Zuschauern wurde das Sportivent Rund um die Nürnberger Altstadt mehr als angenommen. Ein neues Konzept beinhaltete Jedermann-Radsport, Triathlon, Run & Bike, Vorstellung von Trendsportarten und das Profi-Radrennen am Nachmittag.

Für uns hieß das aber zeitig aufstehen. 4:00 Uhr in der Frühe klingelte am Sonntagmorgen für die Blechis der Wecker. Nun ja, wenigsten hatte man so wenigsten noch viel vom letzten Urlaubstag.

9:00 Uhr dann der Start für das 44-km-Rennen auf dem Hauptmarkt. Zwei Minuten später wurden dann die Fahrer der 22-km-Strecke losgelassen. Mehr als 150 Fahrer standen am Start, nix bekanntes, nur einheimische Fahrer. Von Beginn an wurde wie befürchtet voll auf Tempo gefahren. Blechi konnte sich in der Spitzengruppe einordnen und sich auch dort halten. So ab Runde 6 rückte er etwas nach vorn und fuhr fortan immer unter den ersten 5. Schon zeitig hatte sich ein Fahrer gelöst und fuhr scheinbar uneinholbar voraus. Unsere Verfolgergruppe bestand aus 12 Fahrern.

In den ersten Runden hatte ich ständig Probleme den Anschluss im zweiten Streckenabschnitt zu halten. Mit den verwinkelten Abfahrten und Pflastersteinpassagen in den Häuserschluchten der Altstadt hatte ich so meine Probleme, die sich aber mit der Zeit gaben. Die ständig zu überrundeten langsameren 22-KM-Fahrer trugen noch ihr Übriges zum ganzen Übel in diesen Streckenabschnitten dazu bei.

Der 700-Meter-Anstieg mit seinen 5% zur Burg lief anfangs ganz gut. Jedoch musste man den zwölf mal hoch und ab der Hälfte des Rennens merkte man dann doch, dass jeder Anstieg schlauchte. Aber meißt war er zu Ende, wenn's gerade anfing weh zu tun. Unglücklicherweise musste ich die letzte Runde von vorn fahren und verschleuderte wahrscheinlich etwas mehr Kraft als eingeplant.

Der zwölfte Berganstieg zur Burg stand nun an, gleichzeitig der Zielsprint. Blechi gab sich zwar die allergrößte Mühe, hatte aber wie schon oft in der Vergangenheit Schnelligkeits-Probleme auf den letzten Metern des Rennens.

Auf Gesamtplatz 11 von 154 Startern wurde das Rennen von Blechi schließlich beendet. In der Altersklasse bedeutete das wenigstens Platz 3 - ärgerlich nur, dass sich die zwei vor mir platzierten Ü40er mit Rang 8 und 10 nur denkbar knapp vor mir tummelten. Nur eine Sekunde hat diesmal am Sieg gefehlt...irgendwann klappt's schon mal, leider noch nicht heute...

Gewonnen haben wir zumindest noch 'nen Six-Pack Bier, was sich bei den horenten Bier-Preisen auf dem Markt als sehr nützlich erwies. Mit dem zweiten Gewinn, einer Monatskarte im Verkehrsverbund Nürnberg machten wir noch eine einheimische junge Frau glücklich, da sich meine Ambitionen in nächster Zeit Bus und Bahn in Franken zu fahren in Grenzen hielt.

Dieses Wochenende gibt's beim Heideradcup auf der für Blechi eher unüblichen Langstrecke von 140 Kilometern nochmals den letzten Härtetest, ehe am nächsten Wochende die prestigeträchtige Erzgebirgstour 2012 in Most startet.